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Das "Problem" Alkohol im Zusammenhang mit den Leberwerten

Wie ich im Beitrag „Die Rolle des Ammoniaks bei den Lebererkrankungen“, ist ein chronisch erhöhter Alkoholkonsum für ungefähr die Hälfte aller Leberzirrhosen verantwortlich.

Die Fruktose (der Fruchtzucker) wird als Problem überhaupt nicht erwähnt, was ich als unverständlich ansehe, aufgrund der sehr ähnlich ablaufenden biochemischen Vorgänge bei der Entgiftung von Fruktose und Alkohol durch die Leber. Man kann vielleicht sogar schon so weit gehen und die Aussagen, die für den Alkohol gelten, auch für die Fruktose gelten lassen – zumindest was die Leber betrifft.

Für Therapeuten ist es manchmal schwierig, beim Patienten ein Alkoholproblem zu erkennen. Denn es wird kaum ein Patient angeheitert in seine Praxis kommen oder vielleicht im nüchternen Zustand sich zu seinem Alkoholproblem bekennen.

Alkohol und die Leberwerte

Hier kann die Labordiagnostik einige Hinweise liefern. Wie im Beitrag zu dem Leberwert GOT – ASAT beschrieben, steigt beim Konsum von Alkohol der ASAT-Wert schneller als der von ALAT. Liegt dann der Quotient von ASAT/ALAT über 1, dann ist das ein Hinweis auf einen dauerhaften Alkoholkonsum seitens des Patienten.

Andere Parameter, wie Hämoglobin, Triglyceride und Harnsäure, sind ebenfalls erhöht. Aber hier sollte man wieder vorsichtiger werden, denn die Fruktose wird, genau wie der Alkohol auch, zu Triglyceriden und Harnsäure in der Leber abgebaut. Damit können solche erhöhten Werte auch auf einen chronischen Fruktosekonsum verweisen, ohne dass hier der Alkohol mit im Spiel wäre.

Im Beitrag „Die Leberwerte im Zusammenhang mit der MP Untersuchung“ stelle ich eine deutlich empfindlichere Methode vor, die sehr alkoholspezifische Ergebnisse liefert. Hierbei ging es um die Bestimmung von CDT (Carbohydrate-Deficient-Transferrin). Dieses „verunstaltete“ Glykoprotein nimmt nur unter Alkohol zu.
Allerdings braucht es seine Zeit, bis eine Erhöhung dieser Werte sichtbar wird. Bei der Gamma-GT, ASAT und ALAT erfolgt die Veränderung der Werte nach oben fast auf dem Fuße. Das Gleiche gilt aber auch für die Normalisierung der Werte, nachdem der Alkoholkonsum unterbrochen wurde. Während Gamma-GT, ASAT und ALAT relativ schnell wieder auf „normal“ absinken, bleibt der CDT-Wert noch eine Weile auf seinem erhöhten Level und sinkt langsam in Richtung „normal“ ab. Nach 14 bis 17 Tagen hat sich der Wert, der über dem Normalbereich liegt, halbiert.

Wie „träge“ sich der CDT-Wert verhält, zeigt folgendes Beispiel: Man genehmige sich täglich 60 Gramm Alkohol. Das erreicht man leicht durch 1,5 Liter Bier oder einer 0,7 Liter-Flasche Wein. Erst nach mehr als einer Woche wird man einen erhöhten CDT-Wert feststellen. Und es wird auch mehr als eine Woche dauern, bis dieser „entgleiste“ Wert zurück auf „normal“ sein wird.

Für einen Alkoholiker ist dieser Test der labordiagnostische „Lügendetektortest“. Denn eine tapfere und aufopferungsvolle Abstinenz vor dem kommenden Arztbesuch nutzt ihm überhaupt nichts mehr, um sein Laster zu verheimlichen.

Aber: Der Nachteil dieser Bestimmung ist, dass der Test aufwendig und teuer ist. Von daher wird er kaum Chancen haben, in das Repertoire der Standardtests für den Hausarzt aufgenommen zu werden. Und somit hat unser wackerer Alkoholfreund dann doch noch gute Chancen, mit guten Laborwerten davon zu kommen.

Die biologische Lebertherapie - Aus der Praxis, für die Praxis.

 

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