Omega-3-Fettsäuren

Während das Gros der Spurenelemente und alternativen, auf natürlicher Basis beruhenden Präparate von der Schulmedizin geflissentlich ignoriert oder sogar aktiv verdammt wird, sieht es bei der Omega-3-Fettsäure deutlich besser aus.

Denn die Omega-3-Fettsäuren sind auch in der Schulmedizin zwischenzeitlich „salonfähig“ geworden. Grund dafür ist das Interesse der Wissenschaft an dieser Substanz, welches bislang eine Reihe von überzeugenden Resultaten zu dieser Substanz hat bringen können, so dass man gar nicht mehr an ihr vorbeischauen kann. Mehr zu diesem Thema unter Omega-3-Fettsäuren: Bedeutung, Vorkommen und Nutzen und Heilkraft aus dem Meer: Chlorella Algen und Spirulina Algen?

Inzwischen vermuten die Wissenschaftler, die sich eingehend mit den Omega-3-Fettsäuren auseinandergesetzt haben, dass EPA und DHA (Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure) als die häufigsten und wichtigsten Vertreter der Omega-3-Fettsäuren „bei der Aufrechterhaltung einer normalen Herzfunktion“ maßgeblich beteiligt sind [http://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/doc/1796.pdf]. Aber deswegen verschreibt kein Kardiologe Omega-3-Fettsäuren, auch wenn der Nutzen inzwischen nicht mehr zu leugnen ist.

 

Weiter sind Omega-3-Fettsäuren bei Entzündungen und Autoimmunerkrankungen besonders nützlich. Als „Gegenspieler“ der Omega-6-Fettsäuren, die entzündungsfördernd sind, sind die Omega-3-Fettsäuren das komplette Gegenteil – sie hemmen Entzündungen. Leider gibt es keine kontrollierten Studien zu den Omega-3-Fettsäuren und Lebererkrankungen. Es gibt einige wenige Laborstudien an Mäusen und Ratten, die zeigen konnten, dass Omega-3-Fettsäuren die Leberfunktion bei einer Dioxin-Vergiftung aufrechterhalten konnten [Treatment of mice with 2,3,7,8-Tetrachlorodibenzo-p-dioxin markedly increases the levels of a number of cytochrome P450 metabolites of omega-3 polyunsaturated fatty acids in the liver und lung].

Eine Meta-Analyse untersuchte die bislang veröffentlichten Studien zu dem Thema Omega-3-Fettsäuren und Fettleber. Sie kam zu dem Schluss, dass es einen Zusammenhang gibt mit dem Einsatz von Omega-3-Fettsäuren und einer Verbesserung des Krankheitsbildes der Fettleber. Grund für diesen Zusammenhang sehen die Autoren in der entzündungshemmenden Wirkung der Omega-3-Fettsäuren, die die Entzündungen, die immer Teil des Krankheitsbildes der Fettleber sind, signifikant eindämmen können [Potential treatment of human nonalcoholic fatty liver disease with long-chain omega-3 polyunsaturated fatty acids].

Von daher können wir mit einiger Sicherheit vermuten, dass Autoimmunerkrankungen der Leber und Entzündungen durch den Einsatz von Omega-3-Fettsäuren in der klinischen Praxis günstig beeinflusst werden können. Denn es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass Entzündungen der Leber nicht durch das entzündungshemmende Potential der Omega-3-Fettsäuren positiv beeinflusst werden könnten. Gleiches gilt auch für die Autoimmunerkrankungen der Leber.

Ein weiterer, wichtiger Parameter ist das Verhältnis von Omega-6-Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren im Blut. Erstrebenswert ist ein möglich kleiner Index. Das heißt, dass Omega-6-Fettsäuren vermindert werden sollen zugunsten einer Erhöhung der Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren. Eine ausgewogene Ernährung liefert in der Regel 4 Teile Omega-6-Fettsäuren auf 1 Teil Omega-3-Fettsäuren. Im täglichen Leben jedoch sieht die Nahrungsaufnahme so aus, dass die Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren um den Faktor 10- bis 20-mal höher ausfällt, aufgrund des Verzehrs von tierischen Fetten aus Milchprodukten und rotem Fleisch.

Eine Reduktion von diesen Produkten zugunsten von Fisch, Spirulina, Krill Öl würde das optimale Verhältnis von Omega-6-Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren garantieren. Leider sind aber heute Fisch und Fischöl (und vielleicht auch das Krill Öl) von Schwermetallen so belastet, dass sie den gesamten gesundheitlichen Nutzen dieser Ernährungsform wieder in Frage stellen. So wie es aussieht, ist Spirulina aus kontrollierten Zuchtanlagen die momentan einzig sichere Quelle für schwermetallfreie Omega-3-Fettsäuren.

Von daher erscheint es mehr als sinnvoll, Produkte oder Präparate mit Omega-3-Fettsäuren für Patienten bereitzuhalten, die an einer Hepatitis oder Autoimmunerkrankung der Leber leiden. Ein Test, der die Ratio von Omega-6-Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren ermittelt, ist leider verhältnismäßig teuer, schwierig und nur von Speziallabors zu erstellen. So gut und sinnvoll dieser Test für viele Erkrankungen auch sein mag, er ist aufgrund der spezifischen Schwierigkeiten in der Praxis kaum machbar.

Bei einer Lebererkrankung aber gibt er wertvolle Hinweise auf diagnostische und weiterführende therapeutische Aspekte, und sollte eigentlich zum Standardrepertoire der Laboruntersuchungen gehören.

Komplimentäre Diagnostik: Nährstoffwerte

Parameter Normalwert Optimalwert
Vitamin D 20 – 70 ng/ml beziehungsweise 50 – 300 nmol/l Über 40 ng/ml beziehungsweise über 100 nmol/l
Vitamin B12 200 – 900 pmol/l Über 400 pmol/l
oder 50 pmol/l und höher als Holotranscobalamin
 
Kupfer 700 – 1500 µg/ im Serum
1,1 – 1,2 mg/l im Vollblut
 
Liegen im Bereich der Normalwerte 
Selen 74 – 139 µg/l im Serum
107 – 145 µg/l im Vollblut
 
Circa 150 – 200 µg/l in Serum und Vollblut 
Zink 0,65 – 1,2 mg/l im Serum
5,4 – 7,2 mg/l im Vollblut
 
Normalwerte korrespondieren mit den Optimalwerten; bei Infektionen sollten die Konzentrationen im oberen Normbereich liegen.  

Omega-3-Fettsäuren

Parameter Normalwert Optimalwert
α-Linolensäure  10 – 30 mg/l 



Soll bei allen drei

EPA  10 – 82 mg/l  Omega-3-Fettsäure-Formen
deutlich über normal liegen
DHA  130 – 230 mg/l  Bei einer vorliegenden Entzündung sollte der Quotient deutlich unter 3,5 liegen.  
Omega-6 zu Omega-3 Ratio  3,5 – 7,0  Zur Prophylaxe sind ähnlich niedrige Quotienten ebenfalls zu empfehlen.